Eine Investition in die
Zukunft
Qualitäts-Management für
mittelständische Unternehmen
von Mike Emenako und Frank Slawik, mib Management
Institut Bochum *
Für die langfristige Sicherung des
Unternehmenserfolges sind eine solide Führung und effiziente innerbetriebliche
Strukturen unverzichtbar. Doch funktionieren in vielen gewachsenen Unternehmen
Betriebsabläufe nicht mehr reibungslos und es schleichen sich teilweise
eigenwillige Arbeitsweisen ein. Auch wenn die Mitarbeiter über eine hohe
Qualifikation verfügen und die Technik auf dem neuesten Stand ist, so sind die
oft nicht konsequent durchorganisierten Systeme den komplizierten
Unternehmensstrukturen nicht mehr gewachsen. Die Suche nach einem
Management-System, das sich sowohl künftigen Entwicklungen anpassen lässt als
auch für ein mittelständisches Unternehmen praktikabel ist, führt viele
Unternehmen letztlich zur Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems.
Haben Unternehmen erst einmal erkannt und akzeptiert, dass
Veränderungsbedarf besteht, bietet ein QM-System die ideale Voraussetzung, um
neue Strukturen zu schaffen. Transparente und beherrschte Abläufe – ohne
lästiges Suchen und störenden Rückfragen – bringen dann natürlich auch für die
Mitarbeiter eine wieder gewonnene Sicherheit und damit eine wichtige Basis, um
dauerhaft erfolgreich zu sein.
Ohne Fleiß kein Preis
Geschenkt bekommt man bekanntlich nichts. Also muss ein
Un-ternehmen auch dazu bereit sein, in den gewollten Erfolg zu investieren. Mit
Blick auf ein erfolgreiches QM-System sind dabei zwei Punkte entscheidend:
Führung und Management. Führung, um die richtigen Dinge zu tun, und Management,
um diese Dinge richtig zu tun. Dies lässt sich anhand eines beispielhaften
Unternehmens aufzeigen:
Meist informiert sich zuerst die Geschäftsführung in einem Seminar zum Thema
Qualitäts-Management und entscheidet dann, ob ein externer Berater hinzugezogen
wird. Ein Qualitätszirkel im Unternehmen setzt sich intensiv mit dem neuen
Management-System auseinander. Unter anderem werden dabei die innerbetrieblichen
Abläufe genau untersucht und in Form von Ablaufbeschreibungen von den eigenen
Mitarbeitern schriftlich festgehalten. Der Berater sollte sich in dieser Phase
bewusst auf eine lediglich anleitende Rolle beschränken – quasi in Gestalt eines
Trainers und Schiedsrichters in einer Person.
Parallel dazu werden Unternehmenspolitik und Unternehmensziele in schriftlicher
Form festgehalten. Die Wichtigkeit einer solchen Übung wird im Übrigen leider
von vielen Unternehmen nach wie vor unterschätzt. Doch nur durch eine intensive
Beschäftigung mit den eigentlichen Unternehmenszielen und der Kommunikation im
gesamten Unternehmen, ziehen alle Mitarbeiter an einem Strang und vor allem auch
in die gleiche Richtung. Nach und nach folgt dann die Erledigung der klassischen
"Hausaufgaben", wie z. B.:
• Erarbeitung eines QM-Handbuches
• Regelung des Einkaufes
• Überarbeitung der Lagerorganisation
• Kennzeichnung von Produkten
• Einführung von Formblättern sowie
• Vereinfachung und Optimierung ver¬schiedener Abläufe
Geprüfte Qualität
Als Zwischenergebnis steht an dieser Stelle schließlich ein
System, welches bereits einige positive Veränderungen erkennen lässt. Als
weiterer, entscheidender Schritt kommen nun zwei Instrumente des QM-Systems zum
Tragen, welche einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess im entsprechenden
Unternehmen in Gang setzen sollen:
- interne Audits und
- innerbetriebliches Vorschlagswesen
Schlagartig wird dabei im Unternehmen ein enormes Potenzial freigesetzt.
Konkret: Im Gefolge der internen Audits prüfen ausgebildete Mitarbeiter die
Effektivität des Management-Systems. Im Zuge dessen zeigt sich auch, dass durch
eine konsequente Einbindung aller Mitarbeiter deren Bereitschaft wächst, aktiv
an einer Verbesserung des Unternehmens mitzuwirken. Umso mehr, wenn damit für
den Einzelnen keine Nachteile verbunden sind, sondern er vielmehr am
Unternehmenserfolg teilhat. Trotz aller Erfolge - im Rahmen eines erfolgreichen
QM-Systems ist ständige Weiterarbeit das A und O.
Mitarbeiter einbinden
Hohe, jedoch zu überwindende Hürden im Rahmen eines Qualitäts-Managements, sind
mangelnde Akzeptanz und Ängste der Mitarbeiter (vor Arbeitsplatzverlust,
zusätzlicher Kontrolle, Mehrarbeit und mehr Bürokratie). Ein effektiver Dialog
(nicht Monolog) mit den Mitarbeitern sowie umfassende und rechtzeitige
Informationen seitens der Führung sind hier gefragt.
Erfolgreiche Unternehmen teilen ihren Mitarbeitern solche Informationen
beizeiten mit und binden sie frühzeitig ein. Sie schaffen so eine
Unternehmenskultur, die durch konsequente Mitarbeiterorientierung deren gesamtes
Potential kanalisiert und ausschöpft.
Dazu zählen:
• Effiziente Planung und Verbesserung der Mitarbeiterressourcen
• Aufrechterhalten und Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Mitarbeiter
• Vereinbarung von Zielen und Überprüfung der Leistungen
• Beteiligung bzw. Autorisierung zu selbstständigem Handeln sowie Anerkennung
von Leistungen
• Effektiver Dialog mit den Mitarbeitern aber auch
• Fürsorge für die Mitarbeiter
Vom Zertifizierungsloch zu weiterem Verbesserungspotential
Nach erfolgreicher Zertifizierung kommt es unweigerlich zum
„Zertifizierungsloch“ - einer Art Entspannungsphase, in der sich die Prioritäten
wieder am normalen Alltag ausrichten.
Zertifiziert, Abläufe geregelt und eingespielt - nun kommt die wahre
Herausforderung. Grund: Unternehmen stagnieren in ihren Leistungen, wenn sie
nicht systematisch neues Verbesserungspotential aufspüren. In der Regel liegt
bereits einiges an Verbesserungspotential direkt auf der Hand, wie etwa die
Optimierung der Dokumentation im Rahmen des QM-Systems.
Mit internen Audits lässt sich auch aufspüren, wie es um die Umsetzung der
selbst auferlegten Regeln in allen relevanten Bereichen und Ebenen steht. Aber
auch hier stößt man schnell an Grenzen - dabei nicht so sehr dessen, was möglich
ist, sondern vielmehr des¬sen, was in Bezug auf die Geschäftsergebnisse
weiterhin hohe Priorität genießt.
Ein QM-System muss man optimal ausreizen
Die Einführung eines QM-Systems und die Zertifizierung bringt Unternehmen
deutliche Pluspunkte: Sie haben nachweislich eine erhöhte Kundenzufriedenheit
und konnten im Zuge dessen natürlich auch ihr Image verbessern. Eine gestiegene
Transpa-renz der Abläufe erleichtert das Arbeiten und bringt schnelleren Erfolg,
was sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt.
Letztendlich lässt sich die Rentabilität eines QM-Systems jedoch nur objektiv
bewerten, wenn man die Kosten für dessen Einführung und Fortführung einer
möglichen Umsatzsteigerung oder Kostenreduzierung gegenüberstellt. Letztendlich
messen wir alles an dem, was unterm Strich übrig bleibt - den
Geschäftsergebnissen. Folglich muss auch ein QM-System einen wirtschaftlichen
Nutzen mit sich bringen. Es zählen aber natür-lich auch andere Faktoren wie
Kundenzufriedenheit, ohne die gute Geschäftsergebnisse langfristig nicht möglich
sind.
Diesen Zusammenhängen versucht das europäische Modell für Business Excellence (EFQM-Modell)
gerecht zu werden. Das dabei zugrundeliegende Credo lautet:
„Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und gesell¬schaftliche
Verantwortung/Image wer¬den durch eine Führung erzielt, welche die Politik und
Strategie des Unterneh¬mens, eine geeignete Mitarbeiterorientierung sowie das
Management der Ressourcen und Prozesse vorantreibt, was letztendlich zu
exzellenten Geschäftsergebnissen führt.“
Genau genommen ist ein QM-System in letzter Konsequenz nur dann rentabel, wenn
man über die grundlegenden Anforderungen der noch gültigen ISO Norm hinausgeht,
wenn man unter Qualitätsmanagement mehr als nur einen plakativ im Raum
schwebenden Wahlspruch versteht.
* Mike Emenako und Frank Slawik sind Geschäftsführende
Gesellschafter der mib Management Institut Bochum GmbH. Mit einem ausgewählten
Team von Trainern und Beratern stehen sie Unternehmen und Organisationen
unterschiedlicher Bran¬chen bei der Einführung von Systemen für ein
strategisches Qualitätsmanagement zur Seite.
Weitere Infos erhalten Sie bei der mib Management Institut Bochum GmbH,
Heinrichstraße 67, 44805 Bochum, Tel.: 0234/91386-0, Fax: 0234/91386-29, info@mi-bochum.de,
www.mi-bochum.de
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